Lesung und Musik 09.08.2026 18:00 Uhr Kirche der Bücher Gewissenruh Florian Illies: Ortsgespräch Das frühe Buch des Bestsellerautors Florian Illies spiegelt Heimat. Es erzählt aus der Perspektive eines Gelegenheits-Heimkehrers, der seinem hessischen Herkunftsort längst entwachsen ist, aber auch nicht so ganz davon loskommt. Natürlich sind es die oft eigenwilligen Menschen, aber auch die unscheinbaren Alltäglichkeiten, die sich so tief eingebrannt haben, dass sie sich sofort wieder einstellen, sobald man das vertraute Ortsschild erblickt. Florian Illies ist ein "Beobachtungsvirtuose", dem esgelingt, "genau jene Bilder aus dem Alltag der Deutschen herauszupicken", die jedem eingängig sind. Die freundliche Weltoffenheit, mit der er sich der eigenenProvinz wieder annähert, macht das Buch so sympathisch. Und die dem Autor eigene Ironie bewahrt das "Ortsgespräch" vor romanisierender Heimatverklärung. Eintritt frei, Spende erbeten
Sommer-Open Air - Konzert 22.08.2026 19.30 Uhr Klosterkirche Lippoldsberg Salty Shores - irische Musik vom Feinsten Die Lüneburger Band Salty Shores war das umjubelte Highlight im Januar 2025 bei der Irish Musik zum St. Brigid's Day. Warum also nicht auch mal bei Sommerwärme eintauchen in die Welt der irischen Jigs und Reels. Viele Instrumente, rasante und verträumte Melodien, Songs von Liebe, Seefahrt und der Schönheit der grünen Insel - ein abwechslungsreiches Programm und eine lockere Band, die sofort gute Stimmung serviert. Dazu ein kühles Guinness und das sommerliche Ambiente des Kirchgartens. (dieses Jahr nur Getränke!)
Eintritt: 12 € / erm. 10 €
Der gute Gedanke
Wochenspruch
9. S. n. Trinitatis Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern | Lukas 12,48 Andacht lesen
8. S. n. Trinitatis Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Eph 5,8b.9 Andacht lesen
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1955 wurden bei Sanierungsarbeiten im Chorraum mittelalterliche Fresken entdeckt. Sie waren im frühen 17. Jh. mit Kalkfarbe übertüncht worden. Der damals regierende Landgraf Moritz - mit dem Beinamen "der Gelehrte"- war ein Anhänger der "Calvinisten", jenes Zweiges protestantischen Christentums, der sich auf den Reformator Johannes Calvin berief.
Fresko der Hl. Margarete
Dieser verstand das Bilderverbot des Alten Testaments sehr wörtlich und untersagte deshalb alle bildlichen und figürlichen Darstellungen in Kirchen. Der Landgraf löste in "Hessen Kassel" einen "Bildersturm" aus. Die Fresken sind heute wieder teilweise sichtbar.
Die kunstgeschichtliche Einordnung der Fresken reicht von "romanisch bis spätgotisch". Die größten der heute sichtbaren Partien der Wandmalereien im Chorraum dürften in der Spätgotik (15. Jh.) entstanden sein. Sie zeigen an der Ostwand links den Erzengel Michael mit Schwert, rechts evt. die hlg. Margarete oder eine biblische Frauengestalt. An der Nord- und Südwand befinden sich noch ältere romanische Malereien.
Kreuzabnahme
Bei genauerem Hinsehen lässt sich an der Nordwand die "Kreuzabnahme" erkennen. Dicht am nordöstlichen Grat gibt es einen Esel zu entdecken. Vielleicht handelt es sich um den Rest der Darstellung vom Einzug Jesu in Jerusalem, mit größerer Wahrscheinlichkeit aber um St. Martin von Tour, dessen bildliche Darstellung in vielen Kirchen der Region zu finden ist.
Apostel
Rechts und links der alten Fensterlaibung sind sechs der Apostel zu erkennen, das "Gegenstück" der anderen sechs an der Südwand ist durch das große Fenster, das - wie alle anderen Fenster auch - um 1850 in die Wand gebrochen wurde, nur noch unvollständig erhalten. Oberhalb der "Pfarrerbank" ist fragmentarisch die Darstellung der Geburt Jesu (?) im Stall von Bethlehem zu erkennen.
Ungedeutete Freske
Manche Darstellungen bleiben rätselhaft. Links neben dem alten Sakramentshäuschen sind Figuren gemalt, die bisher niemand überzeugend gedeutet hat. Wer sich also auf Ikonographie versteht, komme gern zu uns und versuche eine eigene Interpretation.
Bemerkenswert sind die mit schönen romanischen Ornamenten versehenen "Kämpferkapitelle" des Triumphbogens. Leider haben sie vermutlich beim Neubau des Kirchenschiffes Schaden genommen. An der Nordwand erhalten ist das Tabernakel.
Kapitell
1589 wurde das Kirchenschiff neu gebaut oder verbreitert. In den Jahren danach hat ein "durchreisender Maler" oder ein Talent des Dorfes, so steht zu vermuten, jene Renaissance - Malereien aufgetragen, die ebenfalls erst 1955 wiederentdeckt wurden.
Paradies
Freigelegt wurden damals die Kreuzigungsszene und die Auferstehung rechts und links des Triumphbogens. Die Paradiesszene mit dem etwas eigenwillig geratenen ersten Liebespaar erregte öffentliches Ärgernis.
Auferstehung
Der damalige Pfarrer - und der Dorfüberlieferung nach vor allem dessen Ehefrau - meinten, etwas derart Unzüchtiges könne der Gemeinde nicht zugemutet werden. So wurden die drei Renaissance-Bilder wieder übertüncht. Sie sind erst in den achtziger Jahren bei einer Sanierung des Kirchenschiffes wieder freigelegt worden.